Inhalt
 

Fahrtechnik-Training

Bad Habits

Fahrtechnik-Training

EINLEITUNG – Fahrtechnik Training

Macht ein Fahrtraining Sinn, wenn man schon mehr als 10 Jahre auf dem Sattel hat? Dieser Frage bin ich zusammen mit Susi und Oli von Rideprogression im Bikepark Lenzerheide nachgegangen. Unser Tagesmotto und gleichzeitig die grösste Challenge: „Langsam fahren um schneller zu werden.“

DIE MISSION – Fahrtechnik verbessern

Die Idee schwirrt schon lange in meinem Kopf herum, auf technischen Singletrails fühle ich mich unheimlich wohl, lange Abfahrten machen mir auch nichts aus, aber ein paar Sachen sind mir aufgefallen: Hin und wieder rutscht mein Vorderrad in losen Kurven weg und bei Sprüngen merke ich oft erst in der Luft, dass die Flugbahn grösserer Korrekturen bedarf, um eine Bruchlandung zu verhindern. Irgendwas mache ich also falsch und es ist Zeit das zu ändern.

BIKE- UND BODYCHECK

Mountainbike Cockpit richtig einstellenOli hat vor unserem ersten Treffen meinen Fahrstil auf Instagram analysiert und ich ahne schon in welche Richtung sein Feedback gehen wird: Zu hecklastig – ich muss etwas an meiner Körperposition und an meinem Bike ändern. Mein Schwerpunkt ist immer etwas hinter dem Sattel, was sich vor allem im Lenkersetup zeigt. Noch vor der ersten Abfahrt arrangieren wir mit Hilfe meines Multitools das Cockpit neu: beide Bremshebel rutschen nach innen, dafür sind Schaltung und Sattelstützen Remote jetzt weiter aussen. Ich habe Oli gesagt, dass ich auf Highspeed-Passagen ab und zu das Gefühl habe, dass mein Bike und ich gleichermassen an Linienwahl und Tempo beteiligt sind. Das ist sehr nett von meinem Bike, aber eigentlich meine Aufgabe. Fussposition, Ellbogenwinkel und Schwerpunkt sind nicht grundfalsch, aber leider alles andere als optimal. Zeit die Trockenübung auf dem Kiesplatz im Trail zu testen. Die ersten Kurven fühlen sich sehr unsicher an, aber ich merke schon bald, dass mein Vorderrad mehr Grip hat. Was ich auch merke: Die Fusssohlen schmerzen, ich vermute, dass das an der Cleat-Position liegt. Vor der nächsten Abfahrt wird also nochmal das Multitool gezückt. Den Füssen geht es jetzt gut, aber was sich vorher natürlich angefühlt hat, braucht auf einmal viel Konzentration. Ich gebe mir Mühe und versuche die feinen Unterschiede im Fahrverhalten zu spüren.

KLEINE SCHRITTE, KLEINE TABLETOPS

Mountainbike Übung Fahrtechnik-TrainingAls nächstes schauen wir uns meine Sprungtechnik an, Fehler die bei kleineren Sprüngen noch ausgebessert werden können, haben bei grösseren Sprüngen auch grössere Konsequenzen. Eine angebrochene Schulter 2015 reicht mir als Beweis dafür. Nach ein paar Trockenübungen auf der Wiese, arbeiten wir am richtigen Bewegungsablauf. Gar nicht so einfach, vor allem, weil auch hier alte Bewegungsabläufe tief verankert sind. Tempo, Höhe und Distanz sind nicht das Ziel der Übung, vielmehr geht es darum volle Kontrolle in jeder Sprungphase zu haben.

Wie Oli und Susanne einige Male und zu meiner Beruhigung feststellen, bin ich nicht der einzige mit optimierungsbedürftiger Flugbahn. Es sind doch einige mit sehr fragwürdiger Flugtechnik unterwegs.

NACH DEM TRAINING IST VOR DEM TRAINING

Das Training ist nun schon ein paar Wochen her und es ist noch ein langer Weg, bis die neu einstudierte Choreographie ins Muskelgedächtnis übergeht. Wenn die Reaktionszeit kurz ist, falle ich immer noch in alte Muster zurück, bin im grossen und ganzen aber mit mehr Confidence unterwegs.

Fazit: Es ist nie zu spät um an sich zu arbeiten und es ist wahrscheinlich nicht mein letztes Training! An dieser Stelle vielen Dank an Susanne und Oli von Rideprogression!

INTERVIEW MIT OLI UND SUSANNE:

Bikester: Stellt euch bitte kurz vor.
Oli Makosch: Halb Engländer, halb Schweizer, wohne in Zürich, bike seit 2011, jahrelanger Windsurf-Instructor, IDP & PMBI Bike Coach, Lieblingsdisziplin: Enduro/DH, Lieblingsrevier: Whistler & La Thuile, Bike: Yeti Sb6
Susanne Rabe: Ich komme aus Deutschland, seit 2010 in Zürich, bike seit 2012, Ex-kunstturnerin und Nachwuchscoach, PMBI Bike Instructor, Lieblingsdisziplin: Enduro/DH, Lieblingsrevier: Davos & Nelson (BC), Bike: Santa Cruz Nomad V4

Bikester: Was ist das Ziel von Rideprogression
Oli: Durch Gravity orientiertes Einzel- und Kleingruppen-Coaching unsere Kunden auf ihr persönliches „next Level“ zu bringen. Sicherheit ist dabei selbstverständlich und auch der Stoke darf dabei nicht zu kurz kommen.
Susanne: Mit unserem sehr persoenlichem Coaching und Feedback (ermoeglicht durch absichtlich klein-gehaltene Gruppen) und unserer PMBI-Ausbildung heben wir uns dabei von anderen Bikeschulen ab.

Bikester: Ist es jemals zu spät um an seiner Fahrtechnik zu feilen?
Susanne: Nein, es ist nie zu spät an der Technik zu feilen. So haben z.B. auch Enduro- oder Downhill-Profis, die bereits jahrelang auf sehr hohem Level fahren, immer noch Fahrtechnik-Coaches.

Bikester: Gibt es hoffnungslose Fälle? Wenn ja: Woran liegt das?
Oli: Eigentlich nicht, da man sich auf jedem Level verbessern kann. Voraussetzung dafür ist Offenheit für Neues und die Bereitschaft z.T. auch erst mal einen Schritt nach hinten zu machen, um dann zwei Schritte nach vorne machen zu können.

Bikester: Welche Angewohnheiten halten sich am hartnäckigsten?
Susanne: Aus unserer Erfahrung ist dies der „Speed“. Heisst, wir denken, die Meisten fahren für ihr Level einfach zu schnell. Dies zwängt sie unweigerlich wieder in alte Muster zurück, z.B. passive Blickführung, suboptimale Linienwahl oder eine nicht ideale Körperposition auf dem Bike.
Oli: Unser Motto is daher: „Go slow to get fast“.

Bikester: Was ist euch bei meinem Fahrstil als erstes Aufgefallen?
Oli: Eine eher hecklastige Position auf dem Bike.

Bikester: Was war die Challenge für euch an diesem Tag? Was war euer Ziel?
Susanne: Ziele: Zentrale stabile Position auf dem Bike im flachen wie auch im steilen Gelände und Erlernen sicherer Sprungtechnik für Tables.
Oli: Challenges: Speed 😉 und Rückfallen in alte Bewegungsabläufe.

Über Bikester

Immer mehr Menschen steigen in ihrer Freizeit und für die alltäglichen Wege auf das Velo um. Auch das E-Bike wird immer beliebter in allen Altersgruppen. Bei Bikester gibt es alles, was das Bikerherz höher schlagen lässt. Von hochwertigen Leichtbau-Rennvelos über robusten Highend-Mountainbikes bis hin zu erstklassigen E-Bikes oder auch City- und Trekkingräder die Auswahl an hervorragenden Bikes und Marken ist riesig. Auch alles rund um Zubehör und Radkleidung gibt es natürlich in unserem Onlineshop. Rund um die Uhr steht unser Sortiment online zur Verfügung und wird direkt vor die Haustür geliefert. Da es nicht immer ganz leicht ist, die richtige Produktwahl bei der Vielzahl an Varianten zu treffen, helfen unsere virtuellen Produktberater sich schnell und einfach zurecht zu finden.

Über Daniel Knecht und RideProgression

Daniel Knecht sitzt bereits seit über 10 Jahren auf dem Bike. Sommer wie Winter sitzt er im Fahrradsattel. Gemeinsam mit RideProgression hat er beschlossen seine Skills zu prüfen und weiter auszubauen. RideProgression, das sind Oli und Susi – sie arbeiten zusammen mit dir an deinen Stärken und Schwächen auf dem Bike und gemeinsam schafft ihr es auf das nächste Fahrlevel. Alle Infos und Kurse findet ihr unter: RideProgression